André Dhôtel
Bernard der Faulpelz. Roman
Aus dem Französischen von Anne Weber
Mit einem Vorwort von Peter Handke


Bernard arbeitete in einem Büro im ersten Stock der Firma Barraudat. Bernard Casmin war der Sohn eines Volksschullehrers, der im Département Somme gearbeitet hatte und dort nun im Ruhestand lebte. Er hatte sieben Brüder, die allesamt recht gut dastanden. Seine Eltern hatten eine Zeitlang Anlass zu der Befürchtung gehabt, er selbst sei zu sorglos, um einen ordentlichen Beruf zu ergreifen. Doch Cousins von Madame Casmin, die Garois', interessierten sich für Bernard und hatten ihm vor zwei Jahren diese Anstellung besorgt. Monsieur Garois war Rechtsanwalt in Bautheuil.

Die Firma Barraudat blickte vom Straßenende aus in Richtung Rathaus und drückte sich in die Ecke eines Gässchens, das zu einer Grünanlage führte. Von den Bürofenstern aus konnte man weder die Berge noch die Magnolien des Parks sehen. Gegen Ende dieses Nachmittags öffnete Bernard ein Fenster und stützte sich auf das Fensterbrett.

Das Kerlchen hatte sich gerade auf den Gehsteig gegenüber gesetzt und schaute zum Fenster hoch. Bernard gab sich nicht die Mühe, ihm Guten Tag zu sagen, aber er betrachtete ihn mit großer Aufmerksamkeit, als sähe er ihn zum ersten Mal.




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